MINDFUL MONDAY (54) von Reto Weishaupt

Weshalb soll ich mir die Zeit nehmen mit Meditieren zu beginnen? Es gibt sicher mehr als 7 gute Gründe dafür. Nachfolgend findest du meine persönlichen Favoriten mit der Hoffnung, dass du nach dem ersten Grund bereits den Wunsch in dir verspürst Meditation auszuprobieren. Viele dieser Punkte sind inspiriert von der Buddhistischen Psychologie.

1. Inneren Frieden finden

Ich bin in Frieden. Zufrieden mit dem was ist. Meditation hilft mir dabei. Ich lerne Körper und Geist entspannen. Mit der Zeit breitet sich eine innere Ruhe aus. Ich sehe immer klarer: Das Leben findet nur in diesem Moment statt, im Hier und Jetzt. Eine annehmende Grundhaltung allen Empfindungen gegenüber stellt sich ein. Alles kommt und geht, nichts ist beständig. Ich muss nicht festhalten. Ich spüre Freiheit. Ich bin freudig zuversichtlich und vertraue dem Leben. Äussere und innere Stürme bringen mich immer weniger aus dem Gleichgewicht. Gelassenheit. Innerer Frieden.

„Annehmen und loslassen – dort liegt innerer Frieden, echte innere Freiheit.“ – Fred von Allmen

2. Bewusstsein erweitern

Achtsamkeit schärft sich. Ich nehme im Alltag Momente bewusster wahr und urteile weniger. Eine erweiterte Wahrnehmung stellt sich ein. Ich realisiere deutlicher, was im Aussen wie auch in mir innen passiert. Mein Einfühlungsvermögen für andere Menschen wird stärker. Unbewusste körperliche und geistige Vorgänge und Automatismen werden mir vermehrt bewusst. Signale meines Körpers sowie meine innere Stimme bemerke und beachte ich mehr. Das eigene Bewusstsein, meine eigenen mentalen Zustände und Empfindungen wahrzunehmen führt zu Erkenntnis. Bewusstseinserweiterung. Selbstentfaltung.

„Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper.“ – Eckhart Tolle

3. Konstruktiv mit Gedanken und Emotionen umgehen

Ich lerne den oftmals unruhigen Geist zu beobachten, das Gedankenkarussel anzuhalten und mich mit Gedanken und Emotionen anzufreunden, wie sie sich gerade zeigen. Ich entdecke die Natur meiner Gedanken und deren Auswirkungen. Gedanken verursachen Emotionen, welche zu Handlungen führen, die wiederum zu Konsequenzen führen. Ich erkenne mit der Zeit bestimmte unbewusst wirkende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, die mich immer wieder in Emotionen wie Ärger oder Angst führen. Diesen Mustern bewusst nicht mehr zu folgen ist eine Form von Persönlichkeitsentwicklung hin zu einem glücklicheren Leben.

„Glaube nicht alles was Du denkst.“ – Byron Katie

Ich beginne zu erkennen, dass es nicht hilfreich ist, mich mit meinen Gedanken und Emotionen zu identifizieren. Ich bin nicht meine Gedanken. Ich bin nicht meine Emotionen. Ich nehme sie wahr, sie sind da, aber sie sind nicht ich. Anstatt „Ich bin wütend“ sage ich mir „Aha, da ist Wut“. Ich realisiere, dass ich die Wahl habe, wie ich auf Situationen und Probleme reagieren möchte. Ich bin gelassener und verfüge über mehr Selbstbeherrschung. Ich lerne mich selber besser kennen. Selbsterkenntnis.

„Your mind is your instrument. Learn to be its master and not its slave.“ – Remez Sasson

4. Mindset ausrichten

Mein Mindset, meine Denk- und Geisteshaltung ist entscheidend beim Umgang mit mir selbst und meiner Umwelt. Dank Meditation kann ich bewusster und klarer meine Denkhaltung ausrichten. Ich bin fähig zu entscheiden, in welche auftauchenden Gedankenprozesse ich Energie und Zeit investieren und wie ich mit Problemen umgehen möchte. Es ist möglich eine positive Mentalität zu entwickeln und zu festigen. Die Welt und ich selbst sind in Veränderung und entwickeln sich ständig weiter. In welche Richtung ich gehe, bestimmt mein Mindset. Ich gewinne an Zuversicht, Klarheit und Selbstvertrauen.

„The world is a projection of your mind. Good mind, good world. Bad mind, bad world. No mind, no world.“ – Swami Parthasarathy

5. Mitgefühl für andere kultivieren

Der Duden definiert Mitgefühl als Anteilnahme am Leid anderer. Es ist nicht dasselbe wie Empathie, das die Bereitschaft und Fähigkeit ist, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Mitgefühl ist nicht Mitleid. Mitgefühl ist ein positives Gefühl. Es entsteht angesichts von Leid, doch neuronal wird es von demselben Brennstoff befeuert wie auch Gefühle von Liebe, Verbundenheit und Friedfertigkeit. Es ist ein grundlegendes Wohlwollen anderen gegenüber – auch ausserhalb von Familie und Freundeskreis. Und in einem erweiterten Sinne gilt dies für alle Lebewesen inklusive Tiere und Pflanzen.

„Mitgefühl ermöglicht uns Kooperation, menschliches Miteinander und die Sorge für das Ganze.“ – Tania Singer

Mitgefühl führt automatisch zu einem konstruktiven Umgang mit meinen Mitmenschen. Ich muss nicht immer Recht haben, sondern ich konzentriere ich mich darauf, was mich mit der Person verbindet und wie ich einen guten Kontakt herstellen kann. Achtsamkeitsschulung in Form von Meditation steigert meine Feinfühligkeit und mein Mitgefühl für andere Wesen. Durch dieses Verbundenheitsgefühl entsteht ganz natürlich ein harmonisches Zusammenleben. Innerer und äusserer Frieden in Symbiose.

„Erst wenn wir unsere fundamentale Verbundenheit mit der Welt sehen, wird ein Leben in wahrem Frieden möglich.“ – Sharon Salzberg

6. Selbstmitgefühl entwickeln

Selbstmitgefühl bedeutet achtsam und liebevoll mit mir selber umzugehen. Verständnis für mich selber und meine Gefühle entwickeln. Meine eigene Unvollkommenheit, Fehler und Schwächen annehmen und einen wohlwollenden Umgang damit kultivieren. Mir selber gegenüber mit Verständnis, Fürsorge, Akzeptanz und Freundlichkeit begegnen. Mich selber wertschätzen und positive Emotionen entwickeln. Meditation ist eine wunderbare Form der Geistes- und Herzensschulung, um diese Art im Umgang mit mir selbst zu trainieren.

„Der erste Schritt bei der Entwicklung positiver Emotionen besteht darin, dass wir uns selbst gegenüber eine wohlwollende Haltung einnehmen.“ – Ulrich Ott

7. Sinn finden

Die geistige Beschäftigung mit der eigenen Existenz und der Sinnhaftigkeit des Daseins bewegt den Menschen seit jeher. Hier kommt über kurz oder lang die Spiritualität ins Spiel. Spiritualität bedeutet eine innere Ausrichtung auf Geistliches, eine nach Sinn und Bedeutung suchende Lebenseinstellung. Ein subjektiver Versuch, die Welt zu erklären. Die Lehren und Vorstellungen über eine universelle grössere Kraft, allumfassende Energie oder einen übernatürlichen Gott sind vielfältig. Allen Lehren gemein ist jedoch der Kern der Verbundenheit, der Einheit und des Eins-Seins. Dieser Gedanke gefällt mir, gibt mir Halt und Kraft. Durch Meditation nähere ich mich immer mehr meinem eigenen immateriellen Wesenskern – meiner Seele – und fühle mich verbunden mit allem was ist. Eine abschliessende Antwort auf den Sinn des Lebens habe ich übrigens noch keine gefunden, aber ich freue mich den weiteren Weg. Moment für Moment.

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben. Aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir ihm selber zu geben imstande sind.“ – Hermann Hesse

 

Und dann gibt es da natürlich auch noch diverse wissenschaftlich belegbare Wirkungen der Meditationspraxis, die ein Teil oder Ursache der oben aufgezählten Gründe darstellen. Wirkungen von regelmässiger Meditation, wie z.B. die verbesserte Immunfunktion, Konzentrationsfähigkeit und Schlafqualität tragen dazu bei, dass wir entspannter und zufriedener sind.

MINDFULMIND möchte dazu beitragen, dass Meditation als einfaches Instrument für mehr Zufriedenheit von möglichst vielen Menschen entdeckt wird. Dafür haben wir Einführungskurse Meditation im Angebot sowie weitere Formate, die Unterstützung bieten eine regelmässige Meditationspraxis aufrecht zu erhalten. Also worauf wartest du noch? 😉