MINDFUL MONDAY (86) von Reto Weishaupt

MINDFULMIND war mit dabei am 1. DAY8 Paneltalk am 10. August zum Thema Handysucht im Impact Hub Zürich. Was Handysucht mit Achtsamkeit zu tun hat? Mehr als man meinen könnte.

„Look into your true nature, so that you can better understand the root cause of the symptoms from which you suffer.“
– Brian Thompson

Der Paneltalk wurde initiiert und geleitet von Raphael Ueberwasser von DAY8 aus Zürich, eine Unternehmung mit Ausrichtung auf sozial-gesellschaftliche Themen und Handlungsfelder. Er hat verschiedene Experten eingeladen aus den Themenbereichen Künstliche Intelligenz, Bildung, Achtsamkeit und Regierung, um über das Neuzeitphänomen Smartphone-Sucht zu diskutieren und es aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

Einen interessanten Artikel über den Talk mit den Kernaussagen findest du auf Medium oder DAY8. Ich möchte nachfolgend bewusst nur diejenigen Aussagen herauspicken und weiter ausführen, die sich auf den Bereich Achtsamkeit beziehen und aus meiner Sicht besonders interessant sind.

Werde dir deines Handykonsums bewusst

Mal ganz ehrlich, bist du dir bewusst, wie häufig du dein Handy benutzt und was es mir dir macht? Ein solches Bewusstsein ist bei den meisten nicht einfach da. Ein bewussteres Leben führen ist eine Übung. Es ist ein Weg und eine innere Haltung. Eine regelmässige Praxis in Achtsamkeit und Selbstmitgefühl – auf dem Kissen sowie im Alltag – unterstützen uns dabei. Wir können mit vertiefter Übung und Alltagsaufmerksamkeit mit unseren eigenen Gedanken- und Verhaltensmuster in Kontakt treten und üben sie freundlich loszulassen, wenn sie uns nicht dienen. Wir nehmen dank Achtsamkeit negative Auswirkungen von Gewohnheiten früher und deutlicher wahr. Dadurch können wir im besten Fall mit der Zeit und mit sanfter Disziplin unerwünschtes Verhalten – wie zum Beispiel einen übermässigen, ungesunden Handykonsum – reduzieren.

Die Dosis macht’s

Paradoxerweise können uns Meditationsapps auf unserem Smartphone beim Meditieren unterstützen. Solche Apps helfen bei der Sitzmeditation im stillen Kämmerlein, wie auch im Alltag in Form von freundlichen Hinweisen kurz innezuhalten und bewusst Achtsamkeit zu üben. Was uns mental und emotional entlasten und befreien kann, ist aber auch eine Reduktion der Push-Benachrichtigungen, mehr bewusste Offline-Zeit (Flugmodus) oder mal ohne unser Smartphone rauszugehen. Dies verringert die Anfälligkeit uns in der virtuellen Realität zu verlieren und bringt uns mehr unter Leute, in die Natur und zu uns selbst. Das Handy an sich ist nicht schlecht, sondern praktisch. Sofern wir fähig sind, es im Mass zu nutzen.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.“
– Paracelsus

Achtsamkeit in der Schule

Ich vertrete die Meinung, dass unsere Schulen einen bewussten und heilvollen Umgang mit Smartphones vermitteln könnten. Hierfür ist unter anderem Achtsamkeit in der Schule hilfreich. Ich wünsche mir, dass dieses Thema künftig stärker gewichtet wird in der Bildung von jungen Menschen. Dies würde wohl entscheidend dazu beitragen, dass eine junge Generation von bewussteren Menschen heranwächst, die einen achtsamen Umgang mit technologischen Hilfsmitteln pflegt.

Die neue „Generation A“

Eine solche neue „Generation A“ (A für Achtsamkeit oder Awareness) als Nachfolge-Generation der Generation Y und Generation Z wäre ein Mehrwert für unsere Gesellschaft. Ich glaube, dass es sogar eine zentrale Grundlage resp. eine Bedingung dafür ist, dass wir zu einem nachhaltigeren Umgang mit unserem Planeten finden. Mit der Peitsche hat es doch noch nie funktioniert, die Motivation von innen – die Intrinsische – bringt uns ernsthaft und ehrlich weiter. Eine verbreitete innere Haltung von Achtsamkeit und liebevolle Güte ist vielleicht eines von vielen Puzzleteilen, das dazu beitragen könnte die schlimmsten Klima-Szenarien abzuwenden oder zumindest abzufedern.

In dem Sinne wünsche ich uns allen einen klaren Geist sowie einen bewussten, heilvollen Umgang mit uns selber, unseren Mitmenschen und Mutter Erde.

 

Wenn dich dieser Blogbeitrag angesprochen hat, dann freue ich mich über rege Kommentare und wilde Diskussionen. Vielen Dank.