MINDFUL MONDAY (82) von Reto Weishaupt

Wie wird Meditation zu einer Gewohnheit? Wie schaffen wir es, unsere Meditationspraxis in unseren Alltag zu integrieren?

„In life, the hardest part of any process is starting.“ – Erin Potter

Meditationspraxis etablieren

Meditation ist eine Übung, ein mentales Training für Geist und Herz. Und wie bei jeder anderen Übung auch, werden wir – in der Regel – stärker und besser darin, je länger wir üben. Der Anfang ist das „pièce de résistance“, welches es zu überwinden gilt. Versuche auf folgende Aspekte zu achten, um deine regelmässige Meditationspraxis zu festigen:

1. Starte mit 5 Minuten pro Tag. Oder wenn dir das zu lange ist, dann wenigstens mit 2 Minuten pro Tag. Der Weg der kleinen Schritte führt eher zum Erfolg.

2. Übe regelmässig. Versuche jeden Tag zu meditieren. Wenn du es mal nicht geschafft hast, verurteile dich nicht dafür, sondern starte am nächsten Tag zuversichtlich eine neue Serie.

3. Erinnere dich selber. Mach dir einen Termin im Kalender oder klebe ein Post-it an deinen Badezimmerspiegel zur Erinnerung. Eine neue Gewohnheit geht zu Beginn schnell vergessen.

4. Meditiere zur selben Zeit. Nicht auf die Minute genau, aber es hilft, wenn du ungefähr ein Zeitfenster hast, an dem du meditierst. Zum Beispiel immer nach dem Aufstehen oder vor dem Abendessen.

5. Meditiere am selben Ort. Wenn du ein Plätzchen zum Meditieren gefunden hast, an dem du dich wohl fühlst, dann bleibe diesem treu. Wir verbinden diesen Ort mit der Zeit automatisch mit „Meditation“.

6. Nutze Hilfsmittel zum Sitzen. Du kannst auf einem Stuhl anfangen. Oder du beginnst auf dem Boden auf einem Kissen oder einer zusammengerollten Wolldecke. Ein entspannter langer Rücken ist vorteilhaft.

7. Nutze angeleitete Meditationen. Am Anfang ist es für viele von Vorteil mit einer Meditationsanleitung zu üben. Dies gibt uns eine Struktur, an die wir uns halten können.

8. Komm zurück, wenn du abschweifst. Deine Gedanken werden abschweifen. Das ist normal. Wenn du bemerkst, dass deine Gedanken abschweifen, dann wende dich einfach sanft wieder deinem Atem zu. Darum geht es.

9. Sei nett zu dir. Versuche eine innere Haltung von Annehmen, Erwartungslosigkeit und Freundlichkeit zu entwickeln. Alles was auftaucht ist gut so wie es ist. Du musst nichts erreichen. Beobachte wohlwollend.

10. Finde ein Gemeinschaft. Übe mit Gleichgesinnten. In einer Gruppe zu meditieren verbindet, inspiriert und motiviert dranzubleiben.

Versuche mit Hilfe dieser Punkte deine regelmässige Meditationspraxis zu etablieren. Wenn einer oder mehrere dieser Aspekte dir nicht entsprechen, dann ändere sie so, wie es sich für dich richtig anfühlt. Meditation ist nicht immer einfach oder friedlich. Aber sie hat unglaublich vorteilhafte Wirkungen. Du kannst noch heute beginnen und hast noch genügend Zeit um deine Meditationspraxis festigen.

„Die Übungen sind leicht. Aber es ist schwer, ein Übender zu werden.“
– Karlfried Graf Dürckheim

Die Mutter aller Gewohnheiten

Eine regelmässige Meditationspraxis ist die Mutter aller Gewohnheiten. Die Gewohnheit „Regelmässig meditieren“ hilft uns alle anderen Gewohnheiten zu etablieren. Denn, wenn wir erst einmal unseren Geist klarer wahrnehmen und verstehen, haben wir eine gute Basis dafür, wie wir jegliche Gewohnheiten erkennen und verändern können.

Unterstützung für deine Meditationspraxis

Seit zwei Jahren biete ich eine offene Meditation in Bern an: Jeden Montag Morgen von 7:15 – 7:45 Uhr im Zentrum von Bern. Wir sitzen auf Kissen am Boden. Seit einem Jahr hast du auch die Möglichkeit an einer offenen Meditation unweit vom Bahnhof Bern am Montag Mittag von 11:45 – 12:00 Uhr teilzunehmen. Dort sitzen wir auf Stühlen. Egal ob Boden oder Stuhl, es geht darum die Motivation zum Üben am Leben zu erhalten und deine Übungspraxis zu vertiefen.

Wenn du einen Überblick über verschiedene Meditationstechniken wünschst und eine regelmässige Meditationspraxis etablieren möchtest, gibt es auch die Möglichkeit einen unserer Meditationskurse für Einsteiger zu besuchen. Es ist nie zu spät. Wir freuen uns, dich kennen zu lernen.