Meditation und Wissenschaft

Meditationsforschung


Meditation wirkt. Dies hat die Wissenschaft – Neurobiologie und Verhaltenspsychologie – bereits mehrfach belegt. In den letzten zehn Jahren hat in der Meditationsforschung die Anzahl wissenschaftlicher Publikationen, welche die Wirksamkeit von Meditation belegen, stark zugenommen.

Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass sich das Gehirn durch regelmässige Meditation verändert (Neuroplastizität). Es gibt messbare Verdichtungen der grauen Hirnsubstanz in Hirnregionen (Amygdala, Hippocampus, Präfrontaler Kortex), die mit Fähigkeiten in Verbindung stehen wie Konzentration, Selbstwahrnehmung, Emotionssteuerung, Empathie, Resilienz sowie Stressresistenz (Greeson (2009), Mindfulness Research Update: 2008.; Luders et al. (2015), Forever Young(er): potential age-defying effects of long-term meditation on gray matter atrophy.).

Diese hirnphysiologischen Veränderungen können zu diversen Vorteilen führen. Aber nicht nur das Gehirn, sondern der ganze Körper reagiert positiv auf den meditativen Zustand: Der Herzschlag wird langsamer, die Atmung gleichmässiger und tiefer, Muskelanspannungen werden gelöst. Hier eine unvollständige Übersicht der bemerkenswerten Ergebnisse:

Wir möchten darauf hinweisen, dass bei weitem nicht alle Studien die positiven Wirkungen von Meditation und Achtsamkeit beweisen, sondern oft nur Tendenzen oder signifikante Hinweise liefern. Viele Studien im Bereich Achtsamkeit verfügen zudem über eine mässige Qualität und deren Resultate sind mit Vorsicht zu interpretieren. Weiter ist anzufügen, dass das Forschungsfeld über unangenehme meditationsbezogene Erfahrungen noch am Anfang steht. Einen kritischen Blick auf die Wissenschaft über Achtsamkeit liefert dazu passend die Neurowissenschaftlerin Catherine Kerr.

Erschwerend für die Meditationsforschung ist, dass Wissenschaftler nicht überprüfen können, was in den Köpfen der Probanden vor sich geht. Sie wissen nicht, ob die Studienteilnehmer wirklich meditieren oder ob sie nur tagträumen oder sogar schlafen. Weitere Schwierigkeiten birgt die Kontrollgruppe. Um die Wirksamkeit einer Therapie nachzuweisen, werden die Teilnehmer medizinischer Studien üblicherweise in zwei Gruppen gelost. Die eine erhält den Wirkstoff, die andere ein Scheinmedikament. Kein Beteiligter weiss, wer in welcher Gruppe ist. Beim Meditieren weiss der Proband aber, was er tut und was das Ergebnis sein soll. Fühlt er sich nachher entspannter, könnte das der Kraft der Suggestion geschuldet sein.

Aus dem Jahre 2015 stammt die Evidenzkarte der Achtsamkeit, welche eine unvollständige Übersicht der Wirksamkeit von Achtsamkeit gibt.

Nachfolgend sind wissenschaftliche Studien in zeitlicher Reihenfolge aufgelistet, die den Nutzen und die positive Wirkung von Meditation und Achtsamkeit belegen, erhärten oder zumindest Hinweise darauf geben. Diese Liste der Meditationsforschung ist nicht abschliessend. Laufend werden neue und immer mehr Studien über Meditation publiziert. Auf der Datenbank der US National Library of Medicine (National Institutes of Health), im Online-Archiv des Mind & Life Institut sowie bei der American Mindfulness Research Association sind mehrere Tausend wissenschaftliche Studien über Meditation einsehbar.

2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2004
2003

Mehr Lesestoff in Kurzform zu Wissenschaft & Meditation ist auf unserem Blog zu finden. Wir freuen uns auf Anregungen oder Hinweise zu neuen wissenschaftlichen Entdeckungen!