MINDFUL MONDAY (66) von Reto Weishaupt

Fasten ist temporärer Verzicht. Wir üben verzichten auf gewohnten Konsum. Vollständig oder teilweise. Nur einen Tag oder mehrere Wochen. Bekannte Felder des Konsumverzichtes sind Speisen, Getränke, Genussmittel und weitere Konsumgüter wie Fleisch, Süssigkeiten, Alkohol, Kaffee, Sex, Rauchen, Shopping und Medien (Smart Phone, Internet, Facebook, TV).

Das Wort fasten kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet ursprünglich „(an den Geboten der Enthaltsamkeit) festhalten“. Wird nur eine ganz konkrete Art der Nahrung oder ein Genussmittel weggelassen oder eingeschränkt, spricht man von Enthaltung oder Abstinenz.

Warum fasten?

Am letzten Mittwoch – am Aschermittwoch – hat in der christlichen Tradition wieder die Fastenzeit begonnen wie jedes Jahr jeweils 40 Tage vor Ostern. Jedoch nicht nur das Christentum, sondern alle grossen Weltreligionen kennen eine Form des Fastens (z.B. der Ramadan im Islam), wo es der Vorbereitung auf grosse Feiertage dient.

Fasten kann aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Wissenschaft belegt immer klarer, dass Fasten zu einer Erhöhung der Lebenserwartung und einer Verzögerung des Alterungsprozesses führt. Fasten kann zudem bei diversen Krankheiten heilend wirken. Dazu ist aktuell eine interessante arte-Doku zum Thema Fasten zu sehen (nur noch online bis 4. März 2018). In der Berliner Charité – der grössten Universitätsklinik Europas – konnte belegt werden, dass Fasten zufrieden macht. Während dem Fasten wird das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Sind wir bereit für eine neue Welt, in der Verzicht nicht automatisch etwas Negatives bedeutet?

Fasten & Meditation

Fasten und Meditation weisen diverse gemeinsame Aspekte und Verbindungen auf. Beide entschleunigen, führen uns vom Aussen ins Innen, können zu einem erweiterten Bewusstsein und zu einem bewussteren Konsum führen. Wenn wir fasten nehmen wir unsere Körperempfindungen und unsere Sinne schärfer wahr. Beim Fasten können wir aber auch üben bewusst und heilvoll mit schwierigen Geistesqualitäten wie Begierde, Ungeduld oder Wut umzugehen.

«Fasten, eine Chance zum Innehalten.» – Niklaus Brantschen

Fasten-Vertrag

Vielleicht bist du motiviert, ausgewählte Bereiche deines Konsums anzuschauen und zu hinterfragen. Hierbei kann dich der Fasten-Vertrag des NAW (Netzwerk Achtsame Wirtschaft) unterstützen. Einfach ausfüllen und den Vertrag mit sich selber unterschreiben. Hilfreich ist es, Familie oder Freunde ebenfalls zu motivieren und gemeinsam in diese bewusste Geistesschulung zu starten. Ich selber beginne mit kleinen Schritten und werde bis Ostern versuchen meinen Zuckerkonsum zu reduzieren. Und du?